11.06.2014, von Dominik Kastaun

Hilfe für Serbien auch aus dem Ortsverband Regensburg

Belgrad. Heftige Regenfälle haben Mitte Mai in Südosteuropa für schwere Überschwemmungen gesorgt. Die Region erlebte das schlimmste Hochwasser seit 120 Jahren. Dringend wurden daher Hochleistungspumpen für den Kampf gegen die Wassermassen benötigt. Auch ein Helfer des Ortsverbandes Regensburg war dort im Einsatz.

Straßen und Zugverbindungen sind blockiert, Elektrizität und Trinkwasserversorgung ist unterbrochen. Mit dem Hochwasser gehen schwere Erdrutsche einher. Serbien ruft am 15.05.2014 für mehrere Regionen den Katastrophenalarm aus. Drei Menschen kommen in der Flut ums Leben, mehr als 600 Bürger müssen ihre Häuser verlassen. In vielen Städten bleiben die Schulen geschlossen.

Die serbische Regierung stellt eine Vorab-Anfrage über das Katastrophenschutzverfahren der Europäischen Union. Noch in der Nacht richtet das Land ein Hilfeersuchen an das Emergency Response and Coordination Centre (ERCC), das unmittelbar an alle Partnerstaaten weitergeleitet wird.

THW reagiert auf Hilfeersuchen

Die serbische Regierung nimmt am 16.05.2014 ein Angebot des THW für ein HCP- Modul (High Capacity Pumping) an. 15 Kräfte aus dem Landesverband Nordrhein- Westfalen machen sich mit drei Pumpen auf den Weg in die Serbische Stadt Kolubara. Weitere HCP-Module werden in Einsatzbereitschaft versetzt. Der Ortsverband Passau des THW richtet einen Meldekopf zur Aufnahme der durchreisenden Kräfte ein.

Auch im THW Regensburg wird ein Meldekopf eingerichtet. Zu Gast sind in der Nacht von 17.05. auf 18.05.2014, 40 Kameradinnen und Kameraden des französischen Katastrophenschutzes. Nach einer kurzen Nachtruhe und einem deftigen bayerischen Frühstück setzten die französischen Kameradinnen und Kameraden Ihren Weg ins Einsatzgebiet Serbien fort.

Lageentwicklung Serbien: 18.05.2014

Die Kohlemine „Vreoci“ wird überflutet, die 50 % der Stromversorgung des Landes sicherstellt. 85.000 Haushalte sind vom Strom abgeschnitten. 90 % der Stadt Obrenovac (nahe Belgrad) sind überflutet.

Lage auf dem Balkan: 20.05.2014

Mittlerweile verzeichnen Serbien und Bosnien-Herzegowina 47 Todesopfer. Die Wetterbedingungen verbessern sich, Wasserlevel gehen in einigen Regionen wieder zurück. 30.873 Menschen wurden evakuiert, darunter 13.603 alleine in Obrenovac (Serbien). Ein Expertenteam des Mine Action Centre bewertet die Gefahren durch freigespülte Landminen. Ein Zivilschutzteam der EU unterstützt mit THW-Beteiligung das Innenministerium Serbiens im Bereich Notfallmanagement.

Zwei weitere HCP-Module aus Baden-Württemberg und Bayern sind nach zweitägiger Anfahrt am 20.05.2014 im Katastrophengebiet angekommen. Mit dabei auch der Helfer Sebastian Lukas aus dem Ortsverband Regensburg. Das HCP-Modul aus Bayern unterstützt das Team aus Nordrhein-Westfalen in Serbien. Beide Teams arbeiten nun an einem Kraftwerk nahe Kostolac.

Die beiden HCP-Module in Serbien verlegen am 23.05.2014 ihr Equipment nach Obrenovac, wo sie ein Wasserwerk freipumpen. Die Pumpleistung aller vier THW- Module im Einsatzgebiet beträgt zusammen mittlerweile mehr als 170 Millionen Liter.

Am 28.05.2014 werden die beiden in Serbien eingesetzten HCP-Module nach Orasje (Bosnien) verlegt. Seit dem Einsatzbeginn pumpten sie mehr als 343,4 Millionen Liter Wasser ab. Das THW war mit seinen 4 HCP-Modulen in Serbien und Bosnien im Einsatz. Mittlerweile sind die Pumparbeiten seitens des THW.

Personalaustausch

Neue Einsatzkräfte machen sich am 29. und 30.05.2014 auf den Weg in die betroffenen Gebiete. Sie lösen die ersten Teams der freiwilligen Helferinnen und Helfer ab, die nun rund zwei Wochen in den Hochwassergebieten verbracht haben. Die Rückkehrer sind am 01.06.2014 wieder in Deutschland eingetroffen. Auch der Regensburger Helfer Sebastian Lukas kommt am 01.06.2014 wieder gesund und munter in der Heimat an.

Wieder Gäste in Regensburg: Diesmal aus Dänemark

Der internationale Hilfseinsatz auf dem Balkan sollte das THW Regensburg am 04.06.2014 nochmals beschäftigen. Diesmal waren in der Nacht von 04. auf 05.06.2014, 34 Kameradinnen und Kameraden des dänischen Katastrophenschutzes zu Gast. Ihnen wurden Schlafmöglichkeiten und Verpflegung zur Verfügung gestellt. Am 05.06.2014 morgens brach das Team dann ausgeschlafen und frisch gestärkt auf in Richtung Heimat Dänemark.

THW

Das Technische Hilfswerk ist die Einsatzorganisation des Bundes für den Bevölkerungsschutz, getragen von über 80.000 ehrenamtlichen Einsatzkräften und rund 800 hauptamtlichen Mitarbeitern. Mit technischem Fachwissen und Spezialgerät leistet das THW seit vielen Jahren auch im internationalen Bereich schwerpunktmäßig technisch-logistische Hilfe. In den vergangenen sechs Jahrzehnten war das THW weltweit in mehr als 130 Ländern bei humanitärer Soforthilfe, Projekten und Hilfsgütertransporten im Einsatz.

High Capacity Pumping Modules (HCP)

Bei Hochwasser und Überflutungen kommt es auch international auf schnelle Hilfe an. Das THW stellt hierfür im Rahmen des EU-Gemeinschaftsverfahrens acht High Capacity Pumping Modules (HCP) zur Verfügung. Zur Ausrüstung gehören Hochleistungs-Wasserpumpen mit einer Leistung von bis zu 15.000 Litern pro Minute. Dabei kann das Wasser über eine Distanz von bis zu 1.000 Metern gepumpt werden. Die HCP-Module sind zwölf Stunden nach Alarmierung einsatzbereit, können auch in schwierigem Gelände arbeiten und sind autark einsetzbar, können sich also selbst versorgen.


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