14.01.2019, von Ferdinand Härtl

Einsatz im Rahmen der Schneekatastrophe

Schneemassen am Alpenrand - THW Regensburg unterstützt Schneeräumarbeiten

Eine seltene Großwetterlage sorgte Anfang Januar für ergiebige Schneefälle in den Alpen, innerhalb weniger Tage fielen an manchen Stellen mehrere Meter Schnee. Da die Schneelast zunehmend die Stabilität von Gebäudedächern gefährdete, lösten fünf Landkreise den Katastrophenalarm aus. Damit konnte schnelle, überregionale Hilfe in die betroffenen Gebiete anlaufen.

Das Team der THW-Einsatzkräfte aus Regensburg ist am späten Nachmittag des 11. Januar 2019 gegen 17:00 in Richtung Katastrophengebiet aufgebrochen. Gegen 21:00 Uhr wurde der Meldekopf in der Unterkunft des OV Berchtesgadener Land erreicht. Dort erhielten wir die Zuteilung in den Einsatzabschnitt „Nord“ und die Adresse der zu beziehenden Unterkunft, die Schule der Polizei Bayern in Ainring. Nach einer kurzen Nacht und einem schnellen Frühstück begann am 12.01.2019 unsere Fahrt in den Abschnitt Nord in Neukirchen am Teisenberg. Zunächst sammelte man sich im Bereitstellungsraum der Feuerwehr Neukirchen, dort erhielten wir unseren ersten Auftrag: es galt das Dach des dortigen Sportheims von der ca. 1,80 m hohen Schneelast zu befreien.

Nach einer weiteren kurzen Nacht in unserer Unterkunft ging es am 13.10.2019 wieder nach Neukirchen in den Bereitstellungsraum, wo wir nun den Auftrag erhielten, nach Achthal zu fahren um dort zusammen mit Helfern aus Dillingen, Ingolstadt, Dinkelsbühl und Hilpoltstein bei einem kunststoffverarbeitenden Betrieb und zwei danebengelegenen Gebäuden die Dächer von Schnee zu befreien. Trotz der steilen Dächer der Gebäude konnte der Schnee nicht von selber von den Dächern rutschen, sondern musste mit komplett angelegter Absturzsicherung von Hand beseitigt werden. Das THW Dillingen stellte einen MzKw mit Kraftfahrer zur Verfügung, um die Einsatzkräfte im Wechsel zum Mittagessen nach Neukirchen zu fahren. Dadurch konnten die im Einsatz gebundenen Fahrzeuge, welche unter anderem als Fixpunkte und Straßensperren dienten, im Einsatzgebiet belassen werden.

Nach erfolgreicher Beräumung des zugeteilten Komplexes ging es für die Helfer zurück in das Feuerwehrgerätehaus Neukirchen. Dort erwartete die Einsatzkräfte ein Buffet mit warmen Speisen und Getränken. Genau das Richtige für die vom Regen durchnässten Helfer nach der anstrengenden Arbeit auf rutschigen Dächern. Ein Teil der Helfer trat gegen 19.00 Uhr die Heimfahrt nach Regensburg an.

Sechs der Einsatzkräfte aus Regensburg blieben noch vor Ort und wurden in den nächsten Tagen in Bayrischzell und Bischofshofen eingesetzt.

Zeitgleich zum Einsatz der Bergungsgruppe war auch der LKW Ladekran der Fachgruppe Wassergefahren gefordert. An verschiedenen Einsatzstellen in Übersee, Reit im Winkel sowie Bayerisch Zell diente der Kran als Fixpunkt um Einsatzkräfte auf Dächern gegen Absturz zu sichern, wenn kein anderer Fixpunkt mit ausreichender Belastbarkeit verfügbar war.

Wir haben in den Tagen mit verschiedenen Feuerwehren und anderen Ortsverbänden zusammengearbeitet, dabei viele interessante Menschen kennengelernt, wenig Schlaf bekommen, aber Erfahrungen gemacht, die wir nie mehr vergessen werden.

Bedanken möchten wir uns bei den Familien und Arbeitgebern unserer Helfer, ohne deren Rückhalt wir die Schadenslage nicht bewältigen hätten können.

 

Eingesetzte Fahrzeuge: GKW 1, MzKw und Unimog.


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